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Auditziel: Zweck eines Audits festlegen – Abgrenzung zu Umfang und Kriterien

Das Auditziel legt fest, was mit einem Audit erreicht werden soll – warum es stattfindet und welche Aussage am Ende stehen soll. Es ist der erste Schritt jeder Auditplanung: Aus dem Ziel folgen Umfang, Kriterien, Methoden, Auditoren und Zeitbedarf. Ein Audit ohne klares Ziel wird zur Besichtigung; ein Audit mit klarem Ziel liefert eine belastbare Auditschlussfolgerung. Die Leitlinie ISO 19011 stellt das Auditziel deshalb an den Anfang des Auditprogramms und jedes einzelnen Audits.

Typische Auditziele

  • Konformität feststellen: Erfüllt das Managementsystem die Anforderungen der Norm, der Kunden, der Gesetze und der eigenen Vorgaben? – das klassische Ziel von Zertifizierungs- und internen Systemaudits.
  • Wirksamkeit bewerten: Erreicht das System die beabsichtigten Ergebnisse – sinkende Reklamationen, weniger Unfälle, geringerer Energieverbrauch? Ein System kann konform und trotzdem unwirksam sein.
  • Verbesserungspotenziale finden: Wo lassen sich Prozesse vereinfachen, Doppelarbeit abbauen, Schnittstellen verbessern?
  • Umsetzung prüfen: Sind Korrekturmaßnahmen aus früheren Audits oder Vorfällen wirksam umgesetzt? – Ziel von Nachaudits.
  • Lieferanten bewerten: Kann der Lieferant die Anforderungen erfüllen, soll er freigegeben oder weiter beauftragt werden? – Ziel von Kundenaudits.
  • Bereitschaft prüfen: Ist das Unternehmen reif für die Zertifizierung? – Ziel von Voraudits und der Stufe 1 des Zertifizierungsaudits.
  • Rechtskonformität prüfen: Werden die gesetzlichen Pflichten eingehalten? – Ziel von Compliance-Audits.

Auditziel, Auditumfang, Auditkriterien

Drei Begriffe bilden zusammen den Rahmen eines Audits. Das Auditziel sagt, wozu auditiert wird. Der Auditumfang sagt, was auditiert wird: Standorte, Bereiche, Prozesse, Zeitraum. Die Auditkriterien sagen, wogegen auditiert wird: Normabschnitte, Gesetze, Verfahrensanweisungen, Kundenvorgaben. Beispiel für ein internes Audit: Ziel „Wirksamkeit der Reklamationsbearbeitung und Umsetzung der Maßnahmen aus dem Kundenaudit bewerten“, Umfang „Vertrieb, Qualitätssicherung und Fertigung am Standort A, Reklamationen der letzten zwölf Monate“, Kriterien „ISO 9001 Abschnitte 8.2, 8.7, 9.1.2, 10.2 und Verfahrensanweisung VA-12“. Der Auditplan setzt diesen Rahmen in Termine, Gesprächspartner und Nachweise um.

Normbezug

Die Managementsystemnormen verlangen in Abschnitt 9.2, dass für jedes interne Audit Kriterien und Umfang festgelegt werden und dass das Auditprogramm die Bedeutung der Prozesse, Änderungen und Ergebnisse früherer Audits berücksichtigt – die Ziele des Programms folgen also aus den Risiken und Schwerpunkten des Unternehmens. Die ISO 19011 beschreibt, wie Ziele des Auditprogramms aus den Prioritäten der Leitung, Kundenanforderungen, gesetzlichen Pflichten und Risiken abgeleitet und in Ziele der einzelnen Audits heruntergebrochen werden. Für Zertifizierungsaudits gibt die ISO/IEC 17021-1 die Ziele vor: Konformität, Wirksamkeit und Fähigkeit des Systems, die geltenden Anforderungen zu erfüllen.

Häufige Fragen zum Auditziel

Was ist der Unterschied zwischen Auditziel und Auditkriterien?

Das Auditziel beschreibt den Zweck des Audits, etwa die Konformität mit der ISO 9001 festzustellen oder die Wirksamkeit eines Prozesses zu bewerten. Die Auditkriterien sind die Anforderungen, gegen die geprüft wird – Normabschnitte, Gesetze, Verfahren, Kundenvorgaben. Das Ziel bestimmt, welche Kriterien herangezogen werden.

Wer legt das Auditziel fest?

Bei internen Audits die für das Auditprogramm verantwortliche Person, meist der Beauftragte des Managementsystems in Abstimmung mit der Geschäftsführung. Bei Zertifizierungsaudits die Zertifizierungsstelle auf Basis der Akkreditierungsregeln, bei Kundenaudits der Kunde. Das Ziel wird im Auditplan dokumentiert und im Eröffnungsgespräch bestätigt.

Verwandte Begriffe

Wir planen und führen interne Audits mit klaren Zielen durch – vom Systemaudit bis zur gezielten Prozessprüfung.

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