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Fischgrätendiagramm (Ishikawa-Diagramm): Aufbau, 5M und Vorgehen

Das Fischgrätendiagramm – auch Ishikawa-Diagramm oder Ursache-Wirkungs-Diagramm – ist ein Werkzeug, mit dem ein Team die möglichen Ursachen eines Problems sammelt und ordnet. Das Problem steht als „Kopf“ rechts, auf einer waagerechten Linie setzen schräg die Hauptursachen an, an diesen wiederum die Einzelursachen – das Bild erinnert an eine Fischgräte. Entwickelt hat es der japanische Qualitätspionier Kaoru Ishikawa in den 1940er-Jahren; es zählt zu den sieben klassischen Qualitätswerkzeugen.

Aufbau: die M-Kategorien

Als Hauptgräten haben sich in der Fertigung die „M“ bewährt: Mensch, Maschine, Material, Methode, Mitwelt (Umgebung) – häufig ergänzt um Messung und Management. Die Kategorien sind kein Muss: Für Dienstleistungen passen oft Personal, Prozess, Information, Kunde und IT besser. Entscheidend ist, dass sie das Team zwingen, in alle Richtungen zu denken, statt sich auf die erste naheliegende Erklärung zu stürzen.

Vorgehen in fünf Schritten

  1. Problem präzise formulieren – mit Zahlen, Ort und Zeitraum („Schichtdicke an Teil X seit KW 12 bei 8 Prozent der Teile zu gering“).
  2. Team zusammenstellen aus allen beteiligten Bereichen, einschließlich der Beschäftigten am Prozess.
  3. Ursachen sammeln je Hauptgräte per Brainstorming; mit der Frage „Warum?“ weiter verzweigen (5-Why).
  4. Bewerten: wahrscheinlichste Ursachen auswählen, etwa durch Punktevergabe.
  5. Überprüfen: die Vermutungen mit Daten, Versuchen oder Beobachtung bestätigen oder verwerfen – erst dann Maßnahmen festlegen.

Die Grenze des Werkzeugs: Es liefert Hypothesen, keine Beweise, und bildet weder Wechselwirkungen noch Gewichtungen ab. Ohne Schritt fünf bleibt es eine Meinungssammlung.

Bezug zur ISO 9001

Die ISO 9001 schreibt kein bestimmtes Werkzeug vor. Sie verlangt in Abschnitt 10.2 aber, bei Fehlern die Ursachen zu bestimmen und Korrekturmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu prüfen – das Fischgrätendiagramm ist dafür eine verbreitete, von Auditoren anerkannte Methode. Strenger ist die IATF 16949, die einen dokumentierten Problemlösungsprozess fordert; in 8D-Berichten gehört das Ishikawa-Diagramm zum Standard der Ursachenanalyse.

Häufige Fragen zum Fischgrätendiagramm

Was sind die 5M, 6M und 7M im Ishikawa-Diagramm?

Die 5M sind Mensch, Maschine, Material, Methode und Mitwelt (Umgebung). Bei 6M kommt die Messung hinzu, bei 7M das Management. Es handelt sich um bewährte Hauptkategorien für die Ursachensuche in der Fertigung; für andere Bereiche können sie frei angepasst werden.

Fordert die ISO 9001 ein Fischgrätendiagramm?

Nein. Die ISO 9001 verlangt in Abschnitt 10.2, die Ursachen von Nichtkonformitäten zu ermitteln, lässt die Methode aber offen. Das Fischgrätendiagramm ist eine von mehreren geeigneten Techniken neben der 5-Why-Methode, der Pareto-Analyse oder der Fehlerbaumanalyse.

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