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Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB)

Ein Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB) – auch Qualitätsbeauftragter (QB) oder QM-Beauftragter genannt – koordiniert die Einführung, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems (QMS). Er ist die zentrale Ansprechperson für alle Fragen des Qualitätsmanagements im Unternehmen, für die Zertifizierungsstelle und für Kunden. Die ISO 9001 verlangt die Ernennung eines QMB nicht ausdrücklich; die Verantwortung für die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems liegt bei der obersten Leitung.

Aufgaben des Qualitätsmanagementbeauftragten

  • Aufbau und Pflege des QMS: Prozesse beschreiben, dokumentierte Information lenken, QM-Handbuch und Verfahrensanweisungen aktuell halten
  • Planung und Durchführung interner Audits, Nachverfolgung von Abweichungen und Korrekturmaßnahmen
  • Vorbereitung und Begleitung von Zertifizierungs-, Überwachungs- und Kundenaudits
  • Erhebung und Auswertung von Qualitätskennzahlen, Reklamationen und Kundenzufriedenheit; Vorbereitung der Managementbewertung
  • Schulung und Sensibilisierung der Beschäftigten, Moderation des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP)
  • Beratung der Geschäftsführung zu Normanforderungen, Risiken und Chancen

Normbezug: Was die ISO 9001 verlangt

Bis zur Ausgabe 2008 forderte die ISO 9001 einen „Beauftragten der obersten Leitung“ (Kapitel 5.5.2). Seit der ISO 9001:2015 ist diese Rolle gestrichen: Die oberste Leitung muss die Rechenschaftspflicht für das QMS selbst übernehmen (Kapitel 5.1) und Verantwortlichkeiten und Befugnisse für Normkonformität, Prozessleistung und Berichterstattung zuweisen (Kapitel 5.3). In der Praxis werden diese Aufgaben fast immer einem QMB übertragen – der Titel ist frei wählbar, die Aufgaben sind es nicht.

Qualifikation

Ein QMB kennt die ISO 9001 im Detail, beherrscht Prozess- und Audittechnik und wendet Methoden wie Ursachenanalyse, FMEA oder statistische Auswertungen an. Üblich sind Lehrgänge mit anerkanntem Zertifikat (zum Beispiel DGQ, TÜV oder DEKRA), oft kombiniert mit der Ausbildung zum internen Auditor. Ebenso wichtig sind Kommunikationsfähigkeit und der Rückhalt der Geschäftsführung, denn der QMB setzt Veränderungen quer durch alle Abteilungen um.

Praxisbeispiel: QMB im mittelständischen Betrieb

Ein Metallverarbeiter mit 80 Beschäftigten will sich erstmals nach ISO 9001 zertifizieren lassen. Die Geschäftsführung benennt eine Mitarbeiterin aus der Arbeitsvorbereitung mit 30 Prozent ihrer Arbeitszeit als QMB. Sie beschreibt mit den Abteilungen die Kernprozesse, richtet ein Reklamationsmanagement mit Kennzahlen ein und führt nach einem Jahr das erste interne Audit durch. Nach der Zertifizierung bleibt sie Ansprechpartnerin für die Zertifizierungsstelle und bereitet jährlich die Managementbewertung vor.

Interner oder externer QMB?

Kleine und mittlere Unternehmen haben oft keine Person mit passender Qualifikation oder freien Kapazitäten. Dann übernimmt ein externer Qualitätsmanagementbeauftragter die Rolle als Dienstleister – mit fester Stundenzahl, aktuellem Normwissen und Audit-Erfahrung aus vielen Betrieben. Die Verantwortung für das QMS bleibt auch dann bei der Geschäftsführung.

Häufige Fragen zum QMB

Was bedeutet QMB?

QMB steht für Qualitätsmanagementbeauftragter: die Person, die das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens koordiniert, pflegt und weiterentwickelt und als Ansprechpartner für interne und externe Audits dient.

Ist ein QMB nach ISO 9001 Pflicht?

Nein. Seit der ISO 9001:2015 schreibt die Norm keinen Beauftragten der obersten Leitung mehr vor. Sie verlangt aber, dass die Geschäftsführung Verantwortlichkeiten und Befugnisse für das QMS festlegt – in der Praxis übernimmt diese Aufgaben ein QMB.

Darf der QMB interne Audits durchführen?

Ja, sofern er nicht seine eigene Arbeit auditiert. Die ISO 9001 verlangt objektive und unparteiische Auditoren (Kapitel 9.2). Bereiche, die der QMB selbst verantwortet, sollte eine andere geschulte Person oder ein externer Auditor prüfen.

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