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Qualitätssicherung (QS): Aufgaben, Abgrenzung zum Qualitätsmanagement und Normbezug
Qualitätssicherung (QS) ist der Teil des Qualitätsmanagements, der Vertrauen schafft, dass Qualitätsanforderungen erfüllt werden – nach innen gegenüber der Geschäftsführung, nach außen gegenüber Kunden und Behörden. Im engeren, betrieblichen Sinn steht QS für die Abteilung und die Tätigkeiten, die Produkte und Prozesse prüfen und freigeben: Wareneingangs-, Fertigungs- und Endprüfung, Prüfmittelüberwachung, Prüfplanung, Umgang mit fehlerhaften Produkten, Reklamationsbearbeitung. Historisch war Qualitätssicherung der Oberbegriff (bis in die 1990er-Jahre hießen die Normen „Qualitätssicherungssysteme“); heute ist sie ein Baustein des umfassenderen Qualitätsmanagements.
Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Qualitätskontrolle
- Qualitätsmanagement (QM): alles, was ein Unternehmen tut, um Qualität zu planen, zu lenken, zu sichern und zu verbessern – Führungsaufgabe, verankert im Qualitätsmanagementsystem.
- Qualitätssicherung (QS): der auf Vertrauen und Nachweis gerichtete Teil – die Sicherstellung und Belegung, dass Anforderungen erfüllt sind.
- Qualitätslenkung / -steuerung: die operative Erfüllung der Anforderungen im Prozess – Steuern, Regeln, Eingreifen; siehe Qualitätssteuerung.
- Qualitätskontrolle / Qualitätsprüfung: das Messen und Prüfen selbst – ein Werkzeug der Sicherung und Lenkung, nicht deren Ganzes.
- Qualitätsverbesserung: das Anheben des Niveaus.
Die Reihenfolge der Entwicklung erklärt die Begriffe: Erst wurde geprüft (Kontrolle), dann gelenkt (Prozesse statt Endprüfung), dann gesichert (Nachweis und System), dann gemanagt (Führung und Verbesserung).
Aufgaben der Qualitätssicherung im Betrieb
- Prüfplanung: Prüfpläne und Prüfspezifikationen erstellen, Prüfmerkmale und -umfänge nach Risiko festlegen.
- Prüfung: Wareneingang, Erststück, Fertigungsprüfung, Endprüfung, Erstmusterprüfung – mit dokumentierten Ergebnissen und Freigaben.
- Prüfmittelüberwachung: Kalibrierung, Kennzeichnung, Messsystemanalyse.
- Umgang mit Fehlern: Sperren, Sonderfreigabe, Nacharbeit, Ursachenanalyse, Reklamationsbearbeitung, 8D-Berichte.
- Statistik: Prozessfähigkeit, Regelkarten, Fehlerauswertung, Lieferantenbewertung.
- Nachweise: Prüfprotokolle, Zeugnisse, Rückverfolgbarkeit – die Basis für Vertrauen und Produkthaftungsschutz.
In vielen Unternehmen ist die QS zugleich Träger des QM-Systems mit dem Qualitätsmanagementbeauftragten; sinnvoll ist, beides zu trennen: Die QS prüft Produkte, das QM entwickelt das System.
Normbezug: ISO 9001
Die Norm verwendet den Begriff Qualitätssicherung nicht mehr, enthält ihn aber inhaltlich: Überwachung und Messung von Ressourcen (Abschnitt 7.1.5), beherrschte Bedingungen mit Prüfungen in geeigneten Phasen (8.5.1), Freigabe von Produkten und Dienstleistungen nach geplanten Vorkehrungen (8.6), Steuerung nichtkonformer Ergebnisse (8.7), Überwachung, Messung und Analyse (9.1). Die ISO 9000 ordnet Qualitätssicherung als Teil des Qualitätsmanagements ein, der auf das Erzeugen von Vertrauen gerichtet ist. Branchennormen wie IATF 16949 präzisieren die QS-Anforderungen erheblich, etwa mit Produktionslenkungsplan, Messsystemanalyse und Produktionsteil-Abnahmeverfahren.
Häufige Fragen zur Qualitätssicherung
Was ist der Unterschied zwischen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement?
Qualitätsmanagement ist der Oberbegriff für alle Tätigkeiten, mit denen ein Unternehmen Qualität plant, lenkt, sichert und verbessert – eine Führungsaufgabe. Qualitätssicherung ist der Teil davon, der durch Prüfungen, Nachweise und Systematik Vertrauen schafft, dass Anforderungen erfüllt werden; im Betrieb meist die Abteilung, die prüft und freigibt.
Was macht die Qualitätssicherung in einem Unternehmen?
Sie plant und führt Prüfungen durch – Wareneingang, Fertigung, Endprüfung –, überwacht die Prüfmittel, sperrt und bewertet fehlerhafte Produkte, bearbeitet Reklamationen mit Ursachenanalyse, wertet Fehler- und Prozessdaten statistisch aus und erstellt die Nachweise, die Kunden, Auditoren und Behörden verlangen.
Ist Qualitätssicherung dasselbe wie Qualitätskontrolle?
Nein. Qualitätskontrolle ist das Prüfen und Messen am Produkt oder Prozess. Qualitätssicherung umfasst darüber hinaus die Planung der Prüfungen, die Prüfmittelüberwachung, den Umgang mit Fehlern, die Auswertung und die Nachweisführung – also das System, das dafür sorgt, dass Prüfungen wirksam sind und Vertrauen schaffen.
Verwandte Begriffe
Mehr dazu, wie Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement zusammenspielen: Qualitätsmanagement nach ISO 9001.