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Umweltaudit intern und extern: Ablauf nach ISO 14001 und EMAS

Ein Umweltaudit ist die systematische, unabhängige und dokumentierte Überprüfung, ob das Umweltmanagementsystem eines Unternehmens die Anforderungen der ISO 14001 oder der EMAS-Verordnung erfüllt, ob die umweltrechtlichen Pflichten eingehalten werden und ob das System wirksam ist – also tatsächlich zu besserer Umweltleistung führt. Intern führt es das Unternehmen selbst durch, als Pflichtbestandteil des Managementsystems; extern prüft eine akkreditierte Zertifizierungsstelle oder ein zugelassener Umweltgutachter, um das Zertifikat zu erteilen oder die EMAS-Registrierung zu bestätigen.

Internes Umweltaudit

Die ISO 14001 verlangt in Abschnitt 9.2, in geplanten Abständen interne Audits durchzuführen, die zeigen, ob das System den eigenen Anforderungen und denen der Norm entspricht und wirksam umgesetzt ist – mit einem Auditprogramm, das Umweltbedeutung der Prozesse, Änderungen und Ergebnisse früherer Audits berücksichtigt, und mit Auditoren, die unabhängig vom auditierten Bereich sind. Typische Themen: Bewertung der Umweltaspekte, Rechtskataster und Einhaltung der bindenden Verpflichtungen, Umweltziele und Maßnahmenstand, Notfallvorsorge, Betrieb von Anlagen mit Umweltrelevanz, Abfall- und Gefahrstoffhandhabung, Schulung und Kommunikation. Häufig wird das Audit mit einem Compliance-Audit zur Rechtseinhaltung kombiniert, das die Norm in Abschnitt 9.1.2 gesondert fordert. Ergebnisse gehen in die Managementbewertung ein und lösen Korrekturmaßnahmen aus.

Externes Umweltaudit: Zertifizierung und EMAS

Bei der ISO 14001 läuft das externe Audit wie bei allen Managementsystemnormen: Zertifizierungsaudit in zwei Stufen, jährliche Überwachungsaudits, Rezertifizierung nach drei Jahren, durchgeführt von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle. Bei EMAS übernimmt ein staatlich zugelassener Umweltgutachter die Begutachtung: Er prüft neben dem System – EMAS setzt die ISO 14001 vollständig voraus – die Umweltprüfung, die Rechtskonformität und die Umwelterklärung, die er für gültig erklärt; danach erfolgt der Eintrag ins EMAS-Register. Ein weiterer Fall des externen Audits ist das Kundenaudit, bei dem Auftraggeber Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen in ihrer Lieferkette prüfen.

Ablauf und Erfolgsfaktoren

  1. Auditprogramm: alle Bereiche und Normkapitel innerhalb des Zertifikatszyklus abdecken, umweltrelevante Bereiche jährlich.
  2. Vorbereitung: Auditplan mit Zeiten und Gesprächspartnern, Sichtung von Rechtskataster, Aspektebewertung, Zielen, letzten Auditberichten.
  3. Durchführung: Betriebsbegehung mit Blick auf Lagerung, Kennzeichnung, Abwasser, Abluft, Abfalltrennung; Interviews; Nachweise prüfen – Prüfprotokolle, Entsorgungsnachweise, Messberichte.
  4. Bericht: Feststellungen mit Normbezug, Stärken und Verbesserungspotenziale, Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen.
  5. Nachverfolgung: Wirksamkeit der Maßnahmen im nächsten Audit prüfen.

Gute Umweltaudits finden vor Ort statt, nicht am Schreibtisch: Der Blick in den Gefahrstoffschrank und auf den Abfallplatz sagt mehr über das System als das Handbuch. Externe Auditoren für das interne Audit sind für kleine Unternehmen oft die praktikable Lösung, weil Unabhängigkeit und Fachkunde sonst schwer darzustellen sind.

Häufige Fragen zum Umweltaudit

Wie oft muss ein internes Umweltaudit durchgeführt werden?

Die ISO 14001 nennt keine feste Frist, verlangt aber ein Auditprogramm in geplanten Abständen, das die Umweltbedeutung der Bereiche berücksichtigt. Üblich ist, jeden Bereich und jedes Normkapitel mindestens einmal innerhalb des dreijährigen Zertifikatszyklus zu auditieren, umweltrelevante Bereiche jährlich; vor jedem externen Audit sollte ein internes stattgefunden haben.

Was ist der Unterschied zwischen Umweltaudit nach ISO 14001 und EMAS-Begutachtung?

Bei ISO 14001 auditiert eine akkreditierte Zertifizierungsstelle das Managementsystem und erteilt ein Zertifikat. Bei EMAS begutachtet ein staatlich zugelassener Umweltgutachter zusätzlich die Rechtskonformität und die Umwelterklärung mit den Umweltkennzahlen und erklärt sie für gültig; anschließend wird das Unternehmen im EMAS-Register eingetragen. EMAS enthält die ISO 14001 vollständig und geht darüber hinaus.

Wer darf interne Umweltaudits durchführen?

Personen mit Auditkompetenz und Fachkenntnis im Umweltmanagement, die vom auditierten Bereich unabhängig sind – also nicht ihre eigene Arbeit prüfen. Das können geschulte eigene Beschäftigte, Auditoren aus anderen Standorten oder externe Berater sein. Eine formale Zertifizierung als Auditor ist nicht vorgeschrieben, eine Auditorenschulung nach ISO 19011 aber empfehlenswert.

Verwandte Begriffe

Wir führen interne Umweltaudits als unabhängige Auditoren durch und bereiten Sie auf Zertifizierung oder EMAS-Begutachtung vor – mehr unter Umweltmanagement nach ISO 14001.