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Total Quality Control (TQC): Herkunft, Grundsätze und Weg zu TQM und ISO 9001
Total Quality Control (TQC) ist ein Qualitätskonzept aus den 1950er-Jahren, das Qualität als Aufgabe des gesamten Unternehmens versteht – nicht nur der Prüfabteilung am Ende der Fertigung. Alle Bereiche von der Marktforschung über Entwicklung, Einkauf und Produktion bis zum Kundendienst sollen ihren Beitrag zur Qualität planen, steuern und verbessern, ausgerichtet an den Bedürfnissen des Kunden. TQC ist der historische Vorläufer des Total Quality Management (TQM) und damit auch der heutigen Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001.
Herkunft: von Feigenbaum zu Ishikawa
Geprägt hat den Begriff der amerikanische Qualitätsexperte Armand V. Feigenbaum, der ihn ab 1951 entwickelte und 1961 mit seinem Buch „Total Quality Control“ bekannt machte. Seine Kernthese: Qualitätsprobleme entstehen überall im Unternehmen, also muss Qualitätslenkung überall stattfinden – als abgestimmtes System statt als Endkontrolle. Zugleich führte er den Gedanken der Qualitätskosten ein: Vorbeugung ist billiger als Fehler und Nacharbeit.
In Japan griff Kaoru Ishikawa das Konzept auf und erweiterte es zum Company-Wide Quality Control: Nicht nur alle Abteilungen, sondern alle Beschäftigten bis zum Werker beteiligen sich – über Qualitätszirkel, einfache statistische Werkzeuge wie das Fischgrätendiagramm und den Grundsatz, dass der nächste Prozess der Kunde ist (siehe interne Kunden-Lieferantenbeziehung). Diese japanische Ausprägung trug wesentlich zum Qualitätsvorsprung der japanischen Industrie in den 1970er- und 1980er-Jahren bei.
Grundsätze des Total Quality Control
- Kundenorientierung: Qualität ist, was der Kunde braucht – nicht, was die Spezifikation der Entwicklung sagt.
- Bereichsübergreifend: Jede Abteilung hat definierte Qualitätsaufgaben; Schnittstellen werden gemeinsam geregelt.
- Vorbeugung statt Prüfung: Fehler werden dort vermieden, wo sie entstehen – in Entwicklung und Prozessgestaltung.
- Fakten und Statistik: Entscheidungen beruhen auf Daten, Prozesse werden mit statistischen Methoden beherrscht – siehe beherrschter Prozess.
- Kontinuierliche Verbesserung: im PDCA-Zyklus, als ständiger Prozess statt als Projekt.
- Verantwortung der Führung: Die Unternehmensleitung setzt Qualitätsziele und schafft die Voraussetzungen.
Von TQC über TQM zur ISO 9001
In den 1980er-Jahren wurde aus Total Quality Control das Total Quality Management (TQM): Der Fokus verschob sich von der Lenkung der Qualität zur Führung des ganzen Unternehmens über Qualität – mit Beschäftigten, Lieferanten und Gesellschaft als Beteiligte. Bewertungsmodelle wie der Malcolm Baldrige Award in den USA und das EFQM-Modell in Europa machten TQM messbar. Parallel entstand 1987 die ISO 9000-Familie als zertifizierbarer Mindeststandard. Die heutige ISO 9001 hat die Grundsätze des TQC weitgehend übernommen: Kundenorientierung, Führung, Einbeziehung der Personen, prozessorientierter Ansatz, Verbesserung und faktengestützte Entscheidungen gehören zu ihren sieben Grundsätzen des Qualitätsmanagements. TQC selbst wird als Begriff kaum noch verwendet; seine Ideen leben in jedem funktionierenden Qualitätsmanagementsystem weiter.
Häufige Fragen zu Total Quality Control
Was ist der Unterschied zwischen TQC und TQM?
Total Quality Control (TQC) aus den 1950er-Jahren versteht Qualitätslenkung als Aufgabe aller Abteilungen und betont Vorbeugung, Statistik und Kundenorientierung. Total Quality Management (TQM) ab den 1980er-Jahren erweitert das zu einem Führungsansatz für das gesamte Unternehmen, der Beschäftigte, Lieferanten und Gesellschaft einbezieht und über Modelle wie EFQM bewertet wird. TQM baut auf TQC auf.
Wer hat Total Quality Control entwickelt?
Der Begriff geht auf den amerikanischen Qualitätsexperten Armand V. Feigenbaum zurück, der ihn ab 1951 prägte und 1961 mit dem gleichnamigen Buch verbreitete. In Japan entwickelte Kaoru Ishikawa das Konzept zum Company-Wide Quality Control weiter, das alle Beschäftigten einbezieht.
Verwandte Begriffe
- Qualitätsmanagementsystem (QMS)
- EFQM-Modell
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
- Qualitätskreis
Mehr dazu, wie diese Grundsätze heute in einem zertifizierbaren System umgesetzt werden: Qualitätsmanagement nach ISO 9001.